Das Institut für Weiterbildung und Familienentwicklung
mit seiner Schwerpunktarbeit im Bereich der Weiterbildung von Lernförderung & Lerntherapie sowie Frühe Kindheit hat ein zeitgemäßes, gesellschaftlich notwendiges, der Vielseitigkeit des heutigen Wissens zu Lern- und Leistungsstörungen anerkanntes Berufsbild geschaffen.
Unter der Leitung von Dr. Jochen Klein wurde über viele Jahre ein Konzept der Weiterbildung entwickelt, welches auf die kurze Formel zu bringen ist
Ganzheitlich und systemisch - Ressourcenorientiert mit Kind und Umfeld
Diese Philosophie wird konsequent in allen Weiterbildungsangeboten vermittelt und gelebt. Es ist ein Anliegen der Verantwortlichen für den KREISEL, dass die Ausbildungsinhalte in dieser Haltung von den AbsolventInnen in der täglichen Arbeit mit den Kindern umgesetzt werden.
Aufmerksame Entwicklungsbegleitung in früher Kindheit, rund um die Einschulung und in der Lerntherapie kennzeichnet den KREISEL-Ansatz.
Ziel im Sinne unserer Philosophie ist es, eine möglichst umfassende Zusammenarbeit der Therapeutin bzw. des Therapeuten mit Kind, der Familie und dem weiteren Umfeld zu initiieren.
Therapeutische Arbeit im Sinn des KREISEL ist in gleicher Weise theorie- und praxisgeleitet und integriert nach Möglichkeit die für erfolgreiche Unterstützung der Klienten erforderlichen, vielfältigen interdisziplinären Kompetenzen.
Ganzheitlich-systemisch - Ressourcenorientiert mit Kind und Umfeld
Integrative Lernförderung & Lerntherapie
- Ganzheitlicher Blick auf das Kind: SENSOMOTORIK - SPRACHE - SCHRIFTSPRACHE - PSYCHE
(Schriftspracherwerbsmodell Dr. JOCHEN KLEIN)
- das Kind in seiner Familie
- Kind & Familie im Lernumfeld Schule
- Kind & Familie & Schule im weiteren Umfeld: Freunde, Hobbies, nicht-therapeutische
und therapeutische Unterstützer
- Kind & Familie & Schule in Netzwerken, (Schul-)Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Öffentlichkeit
Einen aktuellen Grundsatzvortrag von Dr. JOCHEN KLEIN auf der Tagung HEIDELBERG am 7.2.2009 zu diesem Konzept finden Sie HIER
Weiterbildungen INTEGRATIVE LERNFÖRDERUNG & LERNTHERAPIE
Weiterbildung DYSKALKULIE
Bausteinreihe LERNCOACHING Grundschule (FRÜH FÖRDERN STATT SPÄT SITZEN BLEIBEN)
Bausteinreihe LERNCOACHING Sekundarstufe – LERNEN lehren und BERATEN
WeiterbildungKINDERTHERAPEUTISCHE INTERVENTIONEN bei Lernproblemen
Das Berufsbild Lerntherapie aus fachlicher Sicht
Außerhalb des System Schule gibt es schon immer vielfältige Unterstützung: zuallererst die Eltern als „Nachhilfe-Lehrer der Nation“; dann an allen Orten einzelne Nachhilfelehrer bis hin zu im Franchise-Verfahren bundesweit agierenden Institutionen. Es werden 4.000 Nachhilfeschulen geschätzt, in denen Eltern ca. 2 Milliarden Euro ausgeben.
Für Kinder mit „hartnäckigen“ Lernproblemen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als völlig neues Berufsbild das des Lerntherapeuten entwickelt, zum großen Teil hervorgegangen aus der Erfahrung, dass für einen nicht unerheblichen Teil der Kinder weder Schule noch Nachhilfe ausreichen, dass aber auch „Psychologische Betreuung, Stichwort: Selbstwert stärken“ oder „klassische Legasthenietherapie, Stichwort: Trainingsprogramme“ häufig kaum geholfen haben. Manche Kinder benötigen mehr als „Lese- und Schreibförderung“, benötigen auch psychische Stärkung, benötigen auch die Förderung von Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik, Bewegungskoordination und Sprache – und ihre Eltern und Lehrkräfte benötigen ebenfalls gute Hinweise oder auch Entlastung. So entwickelten sich interdisziplinäre und systemische Ansätze von „integrativer Lerntherapie“, woran Dr. Jochen Klein als Leiter des KREISEL seit mehr als 20 Jahren beteiligt ist.
Professionell ausgebildete LerntherapeutInnen verfügen über entsprechende Kompetenzen
a. Beziehungskompetenz
Angesichts der durch die Forschung immer stärker nachgewiesenen Bedeutung von Beziehungskompetenz und der besonderen Bedürftigkeit von „verunsicherten“ Kindern und Eltern - und in deren Gefolge häufig auch: von Lehrkräften - kommt der Fähigkeit, professionell Beziehung aufbauen und halten zu können, ein entscheidender Stellenwert zu:
Bezüglich eines Kindes: Gerade ein in seiner Entwicklung wie auch immer gehandicaptes Kind benötigt eine Person, die es emotional „erreicht“, es in seinen aktuellen Grenzen genauer sieht und darin akzeptiert und zugleich andere (bisher kaum) gesehene bzw. gewürdigte Möglichkeiten „entdeckt“ und einbezieht.
Bezüglich der Eltern: Die meisten Eltern sind durch die problematisch werdende Lerngeschichte ihres Kindes stark verunsichert, manche sind „enttäuscht“ oder gar „gekränkt“, andere waren, sind und bleiben überfordernd, manchen fehlt – nach vielen schwierigen Erfahrungen – das Zutrauen, wieder andere Eltern wirken desinteressiert. In jedem Fall ist es entlastend, die Eltern „zu erreichen“ und sie zur Mitarbeit zu gewinnen, denn in diesem Fall erreicht eine Lerntherapie ihre größte Wirkung – Eltern-Mitarbeit sollte dann auch eines der wesentlichen Auswahlkriterien für die Aufnahme ins Angebot „Lerntherapie in Schule“ sein.
Bezüglich der Lehrkräfte: Auch für Lehrkräfte ist mitunter die Beziehung zu einem Kind und/oder zu dessen Eltern „gestört“ - und auch im Falle einer solchen Beziehungsstörung auch die Lerntherapeutin konstruktiv einbezogen werden und wirken.
Interdisziplinäre Kooperation mit anderen Fachkräften erfordert neben der Kenntnis von deren spezifischen Angeboten einen kooperativen Arbeitsstil
b. Diagnostikkompetenz
Lerntherapie achtet gleichwertig auf „Kompetenzen und Grenzen“, sucht dabei gezielt nach – bisher häufig unentdeckten oder vernachlässigten – Ressourcen des Kindes, achtet viel mehr auf die Qualitäten - wie genau z.B. ein Kind liest – sucht insbesondere danach, was ein Kind denn „bei dem, was es nicht kann, schon kann“ – Beispiel: „Buchstabenunsicherheit“ – welche sind sicher? Mit denen kann ich gut arbeiten! Lerntherapie sucht potentielle Belastungen gesundheitlicher bzw. psychischer Art – und wieweit diese Bezug haben zu Sensomotorik, Sprache, Schriftsprache bzw. Rechnen. Wie steht das Kind im emotionalen Kontakt zu seinen Eltern, seinen LehrerInnen, anderen Kindern? Wie könnte der gezielte Einbezug des Umfelds (Eltern/Familie, Lehrkräfte, gegebenenfalls weiterer professioneller Helfer - Kinder- und Spezialärzte) sowie im Lebensumfeld zur Verfügung stehende „Freizeit-Angebote“) weitere Wachstums-Möglichkeiten für das Kind eröffnen? Eine so gestaltete Diagnostik zur Förderung zeigt auf, mit welchen vorhandenen Kompetenzen – wieder: des Kindes, seiner Familie, seiner Schule, seines lokalen Umfelds – die anstehenden Lernprozesse bewältigt werden können (siehe Fallbeispiel in KLEIN/TRÄBERT).
c. Kompetenz in Entwicklungs- und Lernbegleitung/-förderung
Wichtig ist die umfassende Unterstützung in den Bereichen Sensomotorik (ggf. in Kooperation mit Ergo- und Physiotherapie, Psychomotorik bzw. nichttherapeutische Angeboten!), Bewegung (insbesondere in Graphomotorik, Augen- und Mundmotorik), Wahrnehmungsförderung (insbesondere in den Bereichen auditive und visuelle Verarbeitung). Hinzu kommen tonusregulierende, in der Regel Tonus erhöhende oder umgekehrt: Spannung reduzierende Angebote, damit in Verbindung müssen häufig Aufmerksamkeit und Konzentration gestützt werden.
Eine Förderung der gesprochenen Sprache - ggf. in Kooperation mit Logopädin, Sprachheiltherapeut - Verbesserung der Artikulation, Kompetenzen im Grundwortschatz, Grammatik, Syntax als weitere zentrale Voraussetzung für Aneignung und Umgang mit geschriebener Sprache, Schrift-Sprache, gehört ebenso zur Therapiekonzeption.
Und innerhalb dieses breiten entwicklungsfördernden Spektrums findet dann die Unterstützung von elementarer Schriftsprache bzw. elementarem Rechnen ihren Platz: Festigung von Laut-Differenzierung, Buchstaben-Sicherheit und deren Zuordnung, auf Schriftsprache bezogene sprachanalytische Kompetenz - Silben, Morpheme -, womöglich Orthographie. Mengenerfassung, Ziffer-Zahl-Zuordnung, Serialität; Rechenoperationen der Grundrechenarten; Mengenzerlegung, Zehnerübergang, Zahlenräume, Textaufgaben.
Aus psychologischer Sicht stehen im Mittelpunkt die eigene Lern- und Arbeitsorganisation, Stärkung des Selbstwerts, Selbstkontrolle von Verhalten einschließlich eigener Leistungsbewertung, Stärkung der sozialen Kompetenz, Entspannungstechniken (Vgl. KLEIN 2004).
d. Weitere Bedingungen für den Fördererfolg
In der Regel findet diese Lerntherapie außerhalb von Schule statt, nachmittags, bezahlt von den Eltern; Lerntherapie wird von Jugendämtern getragen, sofern das Lernversagen mit "drohender seelischer Behinderung" verbunden ist (Kinder- und Jugendhilfegesetz, KJHG) - mit bundesweit deutlich abnehmender Tendenz.
Aus dieser institutionellen Situation heraus ergeben sich einige wesentliche Rahmenbedingungen, die neben den beschriebenen inhaltlich-fachlichen Kompetenzen zum lerntherapeutischen Gesamtkonzept gehören – und zum Erfolg beitragen:
Engagement und Fähigkeit der Eltern, für sich und ihr Kind Hilfe zu suchen (dazu gehört entweder die Zahlungsfähigkeit oder z.B. der Gang zum Jugendamt)
Prinzipien wie Freiwilligkeit bzw. mindestens: Akzeptanz – die innere Haltung des Lernenden: „Ich will lernen“ bzw. auch der Eltern: „Wir wollen einen Beitrag leisten“
Die skizzierte konsequente Ressourcen-Orientierung
Das Verhelfen zu kleinschrittigen Lernerfolgen und die damit verbundene Fortschrittsorientierung – „Vom Teufelskreis zur Glücksspirale“
Individuell angepasste Methodenvielfalt - das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu jeder Art Trainingsprogramm
ständige Ziel- und Auftragsklärung - mit den Eltern, mit dem Kind
Beständigkeit, Verlässlichkeit und Kontinuität bezüglich Terminen, Absprachen
Wohlwollende professionelle Haltung
Vermittelnder Kontakt mit allen Beteiligten – Kind, Eltern, Lehrkraft (Mediator)
Die Zuwendung in der Einzel- oder Kleinstgruppensituation macht dies möglich
Das Berufsbild Lerntherapie aus der Praxis-Sicht
A. Status
a. In der Regel selbstständig
i. Honorarbasis
1. in Praxen
2. in Schulen
ii. Einzelpraxis
iii. Praxisgemeinschaft mit anderen LerntherapeutInnen
iv. Interdisziplinäre Praxisgemeinschaften
b. Eher selten sind Angestellten-Verhältnisse
i. in Praxen
ii. in Schulen
B. Tätigkeiten
a. Lerntherapie
i. Mit Kindern (Schwerpunkt: 8-12/13 Jahre; Frühe Lerntherapie)
ii. Mit Jugendlichen
iii. Mit Erwachsenen
Einzeln - Paar - Kleingrppe (max. 4)
iv. Mit den Eltern
1. Einzelberatung
2. Therapiebegleitende Elterngruppe
3. Themenabende (auch zur Öffentlichkeitsarbeit!)
4. Elterngruppe (ohne Kindertherapie)
v. Mit den Lehrkräften
1. Einzelberatung
2. Fortbildung
b. Öffentlichkeitsarbeit & Netzwerk-Arbeit
i. Vorträge in ...
ii. Artikel in ...
iii. Interdisziplinäre Kooperation vor Ort
1. Mit LerntherapeutInnen
2. Interdisziplinäre ("Psychosoziale Arbeitsgemeinschaften")
c. Kauffrau
i. Verträge, Rechnungen
ii. Buchhaltung
iii. Dokumentation
iv. Materialbeschaffung etc.
Verdienst (ca 40 Stunden/Woche) im Monatsdurchschnitt ca. 4000€ brutto (bei 8 Wochen Ferien/Ausfallzeit)
C. Überregional
HINWEIS: KREISELnetzwerk